Peter Alexander Carstanjen (1791 – 1845)

Zuckerfabrikant in Köln

Mit­glie­der der zu­nächst in der Ta­bak­ver­ar­bei­tung, spä­ter auch in der Zu­cker­her­stel­lung tä­ti­gen pro­tes­tan­ti­schen Fa­mi­lie wa­ren durch Hei­rat mit her­aus­ra­gen­den Ver­tre­tern des rhei­ni­schen Wirt­schafts­bür­ger­tums ver­bun­den. Der 1881 ge­adel­te Adolf von Car­stan­jen bau­te ei­ne be­deu­ten­de Ge­mäl­de­samm­lung (heu­te im Köl­ner Wall­raf-Ri­ch­artz-Mu­se­um) auf. Sein um­fang­rei­cher Land­be­sitz in Plit­ters­dorf (heu­te Stadt Bonn) wur­de nach­ ­Grün­dun­g ­der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als Stand­ort von Mi­nis­te­ri­en und zum Bau der Ame­ri­ka­ni­schen Sied­lung ge­nutzt.

Mar­tin Car­stan­jen (1727-1791), Stamm­va­ter der äl­te­ren Li­nie, wur­de auf dem Rhein­schiff sei­nes Va­ters ge­bo­ren und blieb bis zu sei­ner Hei­rat in der Tra­di­ti­on der Fa­mi­lie als Schif­fer tä­tig. 1753 ließ er sich, wohl auf Wunsch sei­ner jun­gen Ehe­frau, als Ko­lo­ni­al­wa­ren­händ­ler in Duis­burg nie­der un­d er­warb das Bür­ger­recht. 1780 er­rich­te­te er mit sei­nen Söh­nen ei­ne Ta­bak­müh­le. Ger­hard Wil­helm (1753-1817) und Jo­hann Ar­nold (1764-1810) hei­ra­te­ten in die Fa­mi­lie ei­nes Tuch­fa­bri­kan­ten aus Eu­pen, Con­rad Ja­cob (1763-1840), Arzt und Pro­fes­sor an der Duis­bur­ger Uni­ver­si­tät, ehe­lich­te ei­ne Toch­ter des Ober­bür­ger­meis­ters. Schwer­punkt der Fa­mi­li­en­ak­ti­vi­tä­ten in Duis­burg blieb die Ta­bak­ver­ar­bei­tung. Die von Ar­nold Fried­rich Car­stan­jen (1791-1853) ge­grün­de­te Fa­brik wur­de von des­sen Söh­nen Al­bert (1816-1871) und Emil (1817-1908) un­ter der Fir­ma “A.F. Car­stan­jen Söh­ne” wei­ter­ge­führt. Emils Sohn Edu­ard (1865-1926) ver­brach­te sei­ne Lehr­zeit in Bre­men und sam­mel­te in Eng­land und Hol­land Aus­lands­er­fah­run­gen. Wäh­rend des „Ruhr­kamp­fes“ be­schlag­nahm­te 1923 die fran­zö­si­sche Be­sat­zung den Duis­bur­ger Be­trieb. Edu­ard Car­stan­jen muss­te die el­ter­li­che Woh­nung räu­men und zog zu sei­nem Bru­der Ernst (1857-1927), der nach Jah­ren im vä­ter­li­chen Be­trieb ei­ne ei­ge­ne Zi­gar­ren­fa­brik in Lorsch ge­grün­det hat­te.

Max Car­stan­jen (1856-1934), ein an­de­rer En­kel des Grün­ders der Ta­bak­fa­brik, brach mit der Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on und wur­de Bau­in­ge­nieur. 1881 trat er in den Dienst der Preu­ßi­schen Staats­ei­sen­bah­nen. Sein Vor­ent­wurf für die 1894-1897 er­bau­te Müngs­te­ner Brü­cke (Stadt So­lin­gen) ließ die MAN auf ihn auf­merk­sam wer­den. 1895 trat er in die Fir­ma ein und lei­te­te von 1901 bis 1923 das Werk Gus­tavs­burg. Auf dem Ge­biet des Was­ser­baus mach­te er sich durch Ent­wick­lung des Wal­zen­wehrs ei­nen Na­men. Sein jün­ge­rer Bru­der Vic­tor (1858-1933) über­nahm 1884 die von sei­nem früh ver­stor­be­nen Va­ter Ju­li­us (1819-1859) in Duis­burg ge­grün­de­te Dach­pap­pen­fa­brik und er­wei­ter­te sie. Aus der an­ge­glie­der­ten Ab­tei­lung für Ze­ment­wa­ren (Stei­ne und Roh­re) ging 1892 die Kom­man­dit­ge­sell­schaft “Duis­bur­ger Ce­ment­wa­ren­fa­brik Car­stan­jen & Cie.” her­vor, die Vic­tor Car­stan­jen bis zu sei­nem Tod zu ei­nem der wich­tigs­ten Be­ton­stein­wer­ke West­deutsch­lands aus­bau­te. Er war Mit­grün­der des Deut­schen Be­ton­ver­eins und des­sen lang­jäh­ri­ges Vor­stands­mit­glied. 1912 ver­steu­er­te er 170.000 Mark Jah­res­ein­kom­men, sein Ver­mö­gen wird mit 2-3 Mil­lio­nen Mark be­zif­fert. Na­he­zu iden­tisch sind die ent­spre­chen­den Wer­te für drei wei­te­re Mit­glie­der der Fa­mi­lie in Duis­burg, die Fa­brik­be­sit­zer Edu­ard (1865-1926) und Wil­helm Ge­org (1862-1917) und den Bank­di­rek­tor Ri­chard Car­stan­jen (1870-1932).

Auch die jün­ge­re Li­nie der Duis­bur­ger Car­stan­jens hat ih­re un­ter­neh­me­ri­schen Wur­zeln in der am Ort weit ver­brei­te­ten Ta­bak­ver­ar­bei­tung. Schon Pe­trus Car­stan­jen (1730-1767) stell­te ver­mut­lich ne­ben sei­nem Ko­lo­ni­al­wa­ren­han­del Rauch­ta­bak her. Sein Sohn Pe­ter (1765-1849) be­trieb zu­nächst Arz­nei­wis­sen­schaft und über­nahm erst 1794 das von der Mut­ter fort­ge­führ­te Ge­schäft. Er nahm die Pro­duk­ti­on von Rauch­ta­bak in gro­ßem Maß­stab auf und über­gab 1832 den Be­trieb sei­nen bei­den Söh­nen Carl (1799-1875) und Wil­helm (1801-1878), die ihn un­ter dem Na­men “C. & W. Car­stan­jen” wei­ter­führ­ten. 1837 be­schäf­tig­te die Fa­brik an der Kuh­stra­ße 50 Ta­bak­spin­ner. 1856 wur­de der Be­trieb nach ei­nem Brand an den Kuh­len­wall ver­legt, wo er bis zum Jah­re 1973 be­stand. Wil­helm Car­stan­jen hei­ra­te­te 1824 Mal­wi­na Schei­bler (1806-1882) aus der be­kann­ten Mons­chau­er Tuch­fa­bri­kan­ten­fa­mi­lie (“Ro­tes Haus”). Ih­re neu er­bau­te Vil­la an der Düs­sel­dor­fer Land­stra­ße mit sei­nem park­ähn­li­chen Gar­ten wur­de z­um Sam­mel­punk­t ­der weit­ver­zweig­ten Fa­mi­lie.

Zur Zu­cker­fa­bri­ka­ti­on ka­men die Car­stan­jens durch Pe­ter Alex­an­der (1791-1845). Er hei­ra­te­te in die Dü­re­ner In­dus­tri­el­len­fa­mi­lie Scho­el­ler ein. Zu­sam­men mit den bei­den jün­ge­ren Brü­dern Carl und Wil­helm so­wie Franz Jo­sef Mitt­weg (als Kom­man­di­tis­ten) er­rich­te­te er in der Köl­ner Mach­a­bä­er­stra­ße ei­ne Roh­zu­cker­raf­fi­ne­rie. Ge­mes­sen an der zwi­schen 1834 und 1841 ge­zahl­ten Zu­cker­steu­er wuchs der An­teil der Fir­ma “Ge­brü­der Car­stan­jen” an der ge­sam­ten Köl­ner Zu­cker­pro­duk­ti­on die­ser Jah­re von knapp zwei auf et­wa fünf Pro­zent. Die Söh­ne Au­gust (1818-1872) und Hu­go (1820-1902) folg­ten ih­rem Va­ter nach des­sen Tod in der Be­triebs­füh­rung. Zu­sam­men mit den Car­stan­jens grün­de­ten die Duis­bur­ger Zu­cker­fa­bri­kan­ten Jo­hann Ja­cob (1792-1862) und Jo­hann Pe­ter vom Rath (1795-1866) ih­re zwei­te rhei­ni­sche Fa­brik in Köln – eben­falls in der Mach­a­bä­er­stra­ße. Sie er­reich­te schnell den zwei­ten Rang un­ter den Pro­du­zen­ten der Dom­stadt. Nach Jah­ren in­for­mel­ler Preis­ab­spra­chen schlos­sen sich 1855 die vier grö­ß­ten rhei­ni­schen Zu­cker­fa­bri­ken zu­sam­men. Die Alt­fir­men blie­ben Ei­gen­tü­mer der Im­mo­bi­li­en und auch wei­ter­hin für die tech­ni­sche Lei­tung der Fa­bri­ka­ti­on ver­ant­wort­lich. Die Ge­winn­ver­tei­lung bil­lig­te Carl Joest & Sohn, dem Markt­füh­rer in Köln, 40 Pro­zent zu. Eben­so viel er­hielt die Fa­mi­lie vom Rath für ih­re An­la­gen in Duis­burg und Köln, 20 Pro­zent ent­fie­len auf die Ge­brü­der Car­stan­jen. Zu­sam­men deck­te das seit 1864 als “R­hei­ni­scher Ac­ti­en-Ver­ein für Zu­cker­pro­duk­ti­on” fir­mie­ren­de Un­ter­neh­men cir­ca drei Vier­tel des rhei­ni­schen Be­darfs ab.

Die 1897 still­ge­leg­te Zu­cker­fa­brik der Car­stan­jens in Köln wur­de die ers­te be­ruf­li­che Sta­ti­on des wohl be­kann­tes­ten Ver­tre­ters der Fa­mi­lie. Wil­helm Adolf (1825-1900), erst­ge­bo­re­ner Sohn von Wil­helm und Mal­wi­na, ar­bei­te­te hier ab 1849 ne­ben sei­nen äl­te­ren Vet­tern. Sei­ne Ver­mäh­lung mit Ade­le vom Rath (1834-1905), Toch­ter des Köl­ner Zu­cker­fa­bri­kan­ten Carl vom Rath (1802-1875), ging der ein Jahr spä­ter voll­zo­ge­nen Fu­si­on der bei­den Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men vor­aus und ver­schaff­te ihm die fi­nan­zi­el­len Mit­tel, aus der Rou­ti­ne des Zu­cker­ge­schäfts aus­zu­bre­chen. Auch sei­ne Brü­der folg­ten an­de­ren Zie­len: Ot­to (1826-1888) wirk­te in der vä­ter­li­chen Ta­bak­fa­brik C. & W. Car­stan­jen, Wil­helm (1829-1865) grün­de­te nach ei­ner Bank­leh­re in Kre­feld ei­ne Sei­den­fa­brik, Ernst (1836-1884) stu­dier­te in Bonn und Frei­berg Na­tur­wis­sen­schaf­ten, Me­tall­ur­gie und Che­mie, ha­bi­li­tier­te sich 1868 im Fach Che­mie und lehr­te, seit 1873 au­ßer­or­dent­li­cher Pro­fes­sor, bis zu sei­nem To­de in Leip­zig.

Adolf, der be­gab­te Schach­spie­ler, wur­de reich. Als selb­stän­di­ger Ban­kier im Hau­se Deich­mann spe­ku­lier­te er er­folg­reich an der Bör­se, war an Ei­sen­bahn­pro­jek­ten be­tei­ligt und er­warb in gro­ßem Um­fang Grund­stü­cke, de­ren Wert im Zu­ge der Köl­ner Stadt­er­wei­te­rung stark an­stieg. Wie an­de­re be­gü­ter­te Köl­ner Fa­mi­li­en ver­brach­te man Wo­chen­en­den und Som­mer­mo­na­te in Go­des­berg (heu­te Stadt Bonn), zu­nächst in der Vil­la der Schwie­ger­el­tern, dann zur Mie­te, be­vor sich Adolf Car­stan­jen 1880 in der Kur­fürs­ten­stra­ße (Nr. 8) ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ves Do­mi­zil im Sti­le der Neo­re­nais­sance er­rich­ten ließ. Grö­ße und Üp­pig­keit der De­ko­ra­tio­nen ma­chen das Ge­bäu­de, heu­te Sitz der Bon­ner Mu­sik­schu­le, zum Fremd­kör­per un­ter den ele­gan­ten Nach­bar­bau­ten. Sein Er­bau­er fuhr vier­spän­nig mit eng­li­schen Kut­schern, er­warb in Plit­ters­dorf 500 Mor­gen Acker­land ein­schlie­ß­lich des al­ten Heis­ter­ba­cher Guts­ho­fes am Rhein­ufer mit sei­nem von Sy­bil­le Mer­tens (1797-1857) an­ge­leg­ten Land­schafts­park, stif­te­te die Be­sit­zung un­ver­züg­lich als Fidei­kom­miss und wur­de am 21.12.1881 we­gen nicht nä­her de­fi­nier­ter Ver­diens­te im Krieg 1870/1871 in den erb­li­chen preu­ßi­schen Adel­stand er­ho­ben. Sein Reich­tum hin­der­te ihn nicht dar­an, 1897 mit ei­ner Un­ter­schrif­ten­samm­lung ge­gen die ge­plan­te Ein­glie­de­rung Plit­ters­dorfs in ei­nen “Com­mu­nal­ver­band” mit Rüngs­dorf und Go­des­berg zu op­po­nie­ren. Die von ihm ak­ti­vier­ten Grund­be­sit­zer der rein länd­li­chen Ge­mein­de hat­ten kein In­ter­es­se, für die “Lu­xus­ein­rich­tun­gen” im Ba­de­ort Go­des­berg hö­he­re Steu­ern zu zah­len.

Le­bens­mit­tel­punkt wur­de nach 1881 Ber­lin, wo Adolf von Car­stan­jen in ei­nem klas­si­zis­ti­schen Häu­ser­block (Pa­ri­ser Platz 6) ei­ne gro­ße Woh­nung mie­te­te. Hier konn­te er über zwei Eta­gen sei­ne wach­sen­de Kunst­samm­lung un­ter­brin­gen, de­ren Kern ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Aus­wahl al­ter nie­der­län­di­scher Meis­ter bil­de­te. Heu­ti­ge Kunst­his­to­ri­ker zol­len dem Auf­stei­ger in der Aus­wahl der Bil­der ho­hen Re­spekt. Da­bei war der Au­to­di­dakt nicht Teil je­nes Ber­li­ner Samm­ler­krei­ses, der sich von Wil­helm Bo­de (1845-1926) be­ra­ten ließ. In den Au­gen des lang­jäh­ri­gen Mu­se­ums­di­rek­tors war Car­stan­jen gar ein “fut­ter­nei­di­scher, un­er­freu­li­cher Herr”. Nach dem To­de bei­der Ehe­leu­te über­nahm das Kai­ser-Fried­rich-Mu­se­um (seit 1956 Bo­de-Mu­se­um) von der Fa­mi­li­en­stif­tung 49 Ge­mäl­de als Leih­ga­be, kün­dig­te je­doch 1910 den Ver­trag we­gen Raum­man­gels: Die zahl­rei­chen Neu­er­wer­bun­gen der Ber­li­ner Ga­le­rie hat­ten die re­la­ti­ve Be­deu­tung der Samm­lung Car­stan­jen zu­rück­ge­hen las­sen. Hu­go von Tschu­di (1851-1911) hol­te sie nach Mün­chen, wo sie in der Al­ten Pi­na­ko­thek zu se­hen war. 1928 ge­lang es, die Bil­der als Leih­ga­be an das Köl­ner Wall­raf-Ri­ch­artz-Mu­se­um zu zie­hen, wo be­deu­ten­de Wer­ke hol­län­di­scher Meis­ter der 17. Jahr­hun­derts zur Er­gän­zung des Be­stan­des ge­sucht wur­den. Ein ge­plan­ter Ver­kauf der Samm­lung nach Düs­sel­dorf konn­te in letz­ter Mi­nu­te ver­hin­dert wer­den. Die Stadt Köln er­warb sie An­fang 1936 für 2,2 Mil­lio­nen Mark von der Er­ben­ge­mein­schaft.

In Go­des­berg hat­te Adolf von Car­stan­jen 1895/1896 ein in sei­ner Art ein­zig­ar­ti­ges Fa­mi­li­en­mau­so­le­um mit ins­ge­samt 16 Be­er­di­gungs­kam­mern an den Rhein stel­len las­sen (seit 2007 dient es als christ­li­che Ur­nen­grabstät­te). Zur rei­bungs­lo­sen Über­ga­be des Fa­mi­li­en­ver­mö­gens an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on be­fahl er be­reits 1893 sei­nen Sohn Ro­bert (1866-1940) nach Ber­lin, ein ge­wiss gro­ßes Op­fer für den lei­den­schaft­li­chen Ka­val­le­rie­of­fi­zier. “Ich be­gab mich täg­lich ins Bü­ro am Pa­ri­ser Platz, wo ich un­ter Ober­lei­tung mei­nes Va­ters re­gier­te”, er­in­ner­te sich der ehe­ma­li­ge Schwar­ze Leib­hu­sar ge­quält. In Plit­ters­dorf über­ließ ihm der Va­ter den Au­er­hof. 1895/1896 wur­de die we­nig kom­for­ta­ble Im­mo­bi­lie aus­ge­baut, 1906/1907 um ein wei­te­res Stock­werk und den auf­ge­setz­ten Nord­turm er­gänzt. Das vä­ter­li­che Er­be er­laub­te bei­den Söh­nen ein Le­ben frei von Er­werbs­ar­beit. Dass Ro­bert – eben­so wie sein Bru­der Mo­ritz von Car­stan­jen (1860-1916) – noch nicht ein­mal ein Auf­sichts­rats­man­dat wahr­nahm, war au­ßer­ge­wöhn­lich für Män­ner, de­ren Ver­mö­gen 1912 auf je 11-12 Mil­lio­nen Mark ge­schätzt wur­de. Nach dem To­de des äl­te­ren Bru­ders ob­lag Ro­bert die Auf­lö­sung der Fidei­kom­mis­se und die al­lei­ni­ge Ver­wal­tung der Fa­mi­li­en­stif­tung.

1941 von der Wehr­macht er­wor­ben, wur­de das im Krieg un­zer­stör­te “Schloss Car­stan­jen” zur Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik von der bri­ti­schen Be­sat­zung ge­räumt und nach gründ­li­cher Re­no­vie­rung Sitz des Mar­shall­plan-Mi­nis­te­ri­ums un­ter Vi­ze­kanz­ler Franz Blü­cher (1896-1959). Heu­te ist es Sitz meh­re­rer UN-Be­hör­den. Das da­zu­ge­hö­ri­ge Acker­land hat­te die Er­ben­ge­mein­schaft Car­stan­jen ver­pach­tet. 1951 wur­de es zum Bau der “Ame­ri­ka­ni­schen Sied­lung” für die Mit­ar­bei­ter der US-Kon­troll­be­hör­de, spä­ter US-Bot­schaft, be­nö­tigt. Die Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen führ­te Mar­tin von Car­stan­jen (1925-2005), der Sohn Ro­berts aus drit­ter Ehe. 

 

Quelle Text:
Vogt, Helmut, Familie Carstanjen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/familie-carstanjen-/DE-2086/lido/57c68b3eb93055.16209659 (abgerufen am 29.09.2021)

 

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