Franz Ulrich Hubert Hagen (1857 – 1927)

Fabrikant und Unternehmer

Unternehmensgeschichte Hagen Akkumulatoren

Das Unternehmen ging hervor aus einer Metallhandlung, die der aus Düren stammende Kaufmann Franz Josef Hagen 1827 in Köln gründete. 1839 wurde die Produktion von Blei- und Zinnrohren aufgenommen. Unter dem Sohn des Firmengründers, Gottfried Hagen, verhalf der boomhafte Ausbau von städtischen Gas- und Wasserwerken in den 1870er Jahren der Röhrenfabrik zu einem stürmischen Aufschwung. Mit dem Bau der ersten Elektrizitätswerke und dem Einsatz von großen Akkumulatoren als Pufferbatterien eröffnete sich für die in der Bleiverarbeitung erfahrene Firma ein weiteres Geschäftsfeld. 1884 nahm Gottfried Hagen, durch eigene Patente abgesichert, die Produktion von Bleigittern für die N.V. Electriciteits-Maatschappij, Systeem ‚De Khotinsky’ in Rotterdam auf. 1890 berief Hagen den Akkumulatoren-Fachmann Erich Sieg, einen Schüler von Hermann von Helmholtz, zum Betriebsleiter.

Kurz zuvor war die Fabrik aus der Kölner Innenstadt auf ein ausgedehntes Neubaugelände im Vorort Humboldt-Gremberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kalker Industriegebiet verlegt worden (historisches Foto Bild 3, rechts die heutige Rolshover Straße). Auf der »Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung« in Frankfurt am Main 1891 war die Firma mit ihren Produkten erfolgreich vertreten. Für die Herstellung der in Automobil-Akkumulatoren vorteilhaft verwendbaren Gehäuse- und Trennelemente aus Hartgummi errichtete die Firma um 1900 ein eigenes Gummiwerk. Neben den Hartgummi-Produkten gehörten auch Bleiwaren unterschiedlichster Art – wie Bleidraht oder Kugeln – sowie Zündbatterien, Mess- und Hochspannungselemente, Hand- und Grubenlampen und vieles mehr zum Produktionsprogramm. Das Unternehmen war auf dem Weltmarkt äußerst erfolgreich und beschäftigte um 1910 rund 1.200 Arbeiter.

Während des Ersten Weltkrieges führte das Unternehmen umfangreiche Aufträge für Heer und Kriegsmarine aus. Der Erfolg spiegelte sich auch wieder in den zahlreichen Konstruktionsbüros und Vertretungen außerhalb von Köln. Zu den Berliner und Hamburger Zweigniederlassungen kamen in den 1920er Jahren Filialen in Dortmund, Frankfurt am Main, Hannover, Karlsruhe, Königsberg, Leipzig, München und Stuttgart hinzu. In vielen europäischen Ländern sowie in Mexiko, Argentinien und Niederländisch Indien unterhielt die Firma Handelsvertretungen.

In den letzten Kriegsmonaten des Zweiten Weltkriegs kam der Betrieb nach umfangreichen Zerstörungen zum Erliegen. Bis 1947 konnte das Walzwerk wieder instandgesetzt werden und zu Beginn der 1950er Jahre war die Fabrikation der Akkumulatoren- und Gummiwerke wieder in vollem Gange. Nach dem Konkurs im Jahre 1983 wurde das Unternehmen geschlossen. Die Mehrzahl der Bauten wurde, auch wegen des Altlastenproblems, abgerissen, bis auf die denkmalgeschützte Bleigießerei und ein weiteres Gebäude im Hintergelände.

 

Quelle Text: https://www.vde.com/de/geschichte/karte/nordrhein-westfalen/gottfried-hagen

Abgerufen am 23.12.2021

 

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